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Darf man eine Dame Anfang 80 verbal attackieren? Man darf, jedenfalls wenn es sich um eine handelt, die sich als Kämpferin gegen den Antisemitismus versteht, aber derart herzhaft gegen Juden hetzt, dass einem Julius Streicher das Herz aufgegangen wäre.

Die Dame heißt Ellen Rohlfs und ist „autorisierte Übersetzerin von Uri Avnery”. Letzterer wiederum ist, wie bekannt, ein Darling der deutschen Israelkritikerszene, irgendwann in grauer Vorzeit mal durchaus ernst zu nehmen, bevor er zum Arafat-Groupie degenerierte und Israelhassern jeglicher Coleur ein wasserdichtes Alibi verschaffte. Auf etwaige frühere Verdienste Avnerys kann hier leider keine Rücksicht genommen werden, denn wer sich nicht dagegen wehrt, seine Texte von Ellen Rohlfs übersetzen zu lassen, sich gar noch mit ihr fotografieren lässt, auf den fällt das zurück, was diese Frau von sich gibt. Statt ihren Enkeln schöne warme Pullover zu stricken, übersetzt die pensionierte Lehrerin nämlich nicht nur Uris Ergüsse, sie schreibt auch noch Bücher („Sag, Mutter, wie sieht Frieden aus?”), die es zum Glück nirgendwo zu kaufen gibt, sowie sogenannte Gedichte, in denen es nur um das Eine geht: So wie sich ein Sadomasochist vom Anblick einer Haselnusspeitsche oder einer Ledermaske angeturnt fühlen mag, geilt sich Rohlfs the mad dog an israelischen Missetaten auf bzw. dem, was sie dafür hält.

Ellen Rohlfs in Aktion.

Eine Dame, Anfang 80.

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In Deutschland hat man ein Händchen dafür, allerlei feine Euphemismen für unangenehme Sachen zu erfinden. Die Ermordung von 5000 nackten Menschen in einer Gaskammer nannte man vor 65 Jahren „Sonderbehandlung“ und den Völkermord an sechs Millionen „Endlösung“.

In diesem Sinne ist das journalistische Wirken von Karin Leukefeld zu verstehen, die in der Reichsschrifttumkammer einen ebenso guten Job verrichtet hätte wie beim „Stürmer“, wäre ihr nicht die Ungnade der allzu späten Geburt zuteil geworden.

Dafür tut sie jetzt, was sie kann. Der Überfall auf eine israelische Grenzpatrouille, bei dem acht Soldaten getötet und zwei verschleppt wurden, wird in junge welt : zu „Gefechten im Grenzgebiet zum Libanon am 12. Juli 2006“.

Und wie redet man die Entführung eines Überlandbusses auf der Küstenstraße schön, bei der 1978, also mehr als 20 Jahre vor „Mauer“ und Checkpoints, 37 Menschen getötet wurden?

„Die „Freiheitskämpferin Dalal Al-Maghrebi hatte im April 1979 als eine der ersten Frauen ein palästinensische (sic!) Kommando angeführt und war, ebenso wie ihre Gefährten, erschossen worden.“

Schon Yassir Arafat war schließlich stolz auf die „Frau, die den ersten palästinensischen Staat in einem Bus errichtete“. Da ist auch eine infame Täter-Opfer-Verkehrung eine leichte Übung.

Und schließlich: Unter den „fünf Freiheitskämpfern“, den „nun Freigelassenen befand sich Samir Kantar, der als Siebzehnjähriger in den Reihen der PLO gekämpft hatte.

Will heißen: eine Familie überfiel und ermordete. Aber das hört sich ziemlich hässlich an, das sagt man so nicht. Nur im umgekehrten Fall, da wird eine Militäraktion in Gaza zum „Holocaust“, jedes für die Hamas schlecht ausgegangene Gefecht zum „Massaker“ und ein Sperrzaun, der Terroristen draußen hält, zur „Apartheidmauer“.

Karin Leukefeld. Langsam wird einem Ulrike Putz sympathisch.

Nichts symbolisiert den Unterschied zwischen Zivilisation und Barbarei so deutlich wie das Bild der zwei Särge, die heute Morgen an der Grenze zum Libanon entgegen genommen wurden. Um zwei Familien zu ermöglichen, ihre toten Söhne, Brüder, Ehemänner zu bestatten, lässt Israel libanesische Terroristen laufen, darunter Samir Kuntar, den Mann, der 1979 fast eine ganze Familie in Nahariyya auslöschte und dabei den Schädel eines vier Jahre alten Mädchens mit dem Gewehrkolben zertrümmerte.

Selbstredend wird ein ekelhafter Mehrfachmörder wie dieser dort, wo die Barbarei zu Hause ist, als Held gefeiert. In Beirut sind die Vorbereitungen für einen festlichen Empfang voll im Gange. Dies, es muss gesagt werden, mit ausdrücklicher Genehmigung durch Präsident Fuad Siniora. Wir halten es fest für den Tag, an dem Israel das nächste Mal mit der Hisbollah abrechnen wird. Dann aber hoffentlich richtig.

Im Norden die Hisbollah, im Süden die Hamas, im Osten Fatah – in so übler Nachbarschaft muss kein anderer Staat der Welt leben. Es überrascht nun wirklich niemanden, dass die Palästinenser, einschlägig bekannt für Freudenkundgebungen nach Busbombenattentaten ebenso wie nach dem 11. September, auch heute keinen Deut mehr menschliche Würde an den Tag legen als die „Gotteskrieger“ im Libanon. Die Jerusalem Post berichtete:

Palestinians in the Gaza Strip were handing out sweets to celebrate the handover of the two coffins. Dozens of Palestinians, holding Palestinian and Lebanese flags, rejoiced at the prospect that Samir Kuntar would be freed.

Bei allem Mitgefühl für die Hinterbliebenen von Eldad Regev und Ehud Goldwasser – eines steht fest: Dieser Deal ist für Israel verheerend. Er wird Hisbollah und Hamas nur zu weiteren Geiselnahmen ermuntern und ihnen auch in Zukunft erlauben, die Verschleppten wann und wie es ihnen beliebt zu ermorden, schließlich zahlt Israel selbst für tote Soldaten einen hohen Preis.

Nasrallah: “Das ist das einzige Kasino der Welt, in dem man immer gewinnt!” Karikatur aus Israel Hayom, 9. Juli 2008.

Jedem muss klar sein, was der “Gefangenenaustausch” mit der Hisbollah für Gilad Shalit bedeutet.

So etwas wie Mitgefühl ist einer Gesellschaft, die den Tod mehr liebt als das Leben und ihre schmutzigen Kriege mit Vorsatz auf dem Rücken der eigenen Leute austrägt, natürlich fremd. Neben der Gewissheit der Familien Regev und Goldwasser über das Schicksal ihrer Söhne ist die eindrucksvolle Bestätigung der Niederträchtigkeit ihrer islamistischen Feinde das einzig Positive, was sich über den „Gefangenenaustausch“, der keiner ist, sagen lässt.

Was lernen wir also aus diesem faulen Handel? Dass Israel gut daran täte, bei nächster sich bietender Gelegenheit die heute hämisch grinsende Visage Nasrallahs in den Staub zu drücken – und die seiner Horden gleich mit. Und in Gaza genauso verfahren muss, wenn Gilad Shalit etwas zustößt: den Augiasstall komplett ausmisten. In einer zivilisierten Welt ist für Barbaren wie Hisbollah und Hamas kein Platz. Eine Welt ohne Islamismus – das wär´doch was.

(Mit Dank an Lizas Welt.)

In Israel kennt jedes Kind Hanna Senesh: die junge Poetin aus Ungarn, die 1941 mit 19 Jahren nach Palästina auswanderte und am 13. März 1944 mit weiteren Haganah-Kameraden über dem von Deutschland besetzten Jugoslawien per Fallschirm absprang, um von dort aus den Juden in Ungarn zu Hilfe zu kommen. In Jugoslawien gelandet, erfuhren die palästinensischen Fallschirmjäger jedoch von verbündeten Partisanen, dass deutsche Truppen wenige Tage zuvor in Ungarn einmarschiert waren - und somit ihre Mission unmöglich geworden war. Senesh entschloss sich dennoch, nach Ungarn zu gehen. Dort wurde sie jedoch unmittelbar nach dem Grenzübertritt gefasst und zu Gestapo-Verhören nach Budapest gebracht.

Seneshs Leben wird nun erstmals in einem Film dokumentiert: “Blessed is the Match” lief gestern im Rahmen des Jerusalemer Filmfestivals im Menachem Begin Heritage Center. Der Film schildert einige beinahe unglaubliche und wenig bekannte Details aus Seneshs Biographie: Nur einen Tag bevor Senesh nach Kairo abreiste, um von dort mit der Royal Air Force nach Italien und weiter nach Jugoslawien zu fliegen, erreichte ihr verschollen geglaubter Bruder per Flüchtlingsschiff Palästina. Und nach ihrer Verhaftung gab es für Hannah Senesh im Gefängnis auch ein Wiedersehen mit ihrer Mutter, deren Schicksal ihr keine Ruhe gelassen hatte.

Fast noch beeindruckender als der glänzende Film war die Frage-und-Antwort-Runde nach der Vorführung: Zu der waren nicht nur Regisseurin und Schauspieler anwesend, sondern auch Hannah Seneshs Neffe Eitan und Surika Bravermann, die zu Seneshs Einheit gehört hatte, jedoch nicht über Europa absprang. Dass kurz vor ihrem Vortrag das Mikrofon versagte, störte die 89-Jährige nicht im Geringsten - als sie von Senesh und ihren Kameraden erzählte, war ihre energische Stimme mühelos bis in die letzte Ecke des überfüllten Saals vernehmbar. Später unterhielt sie das Publikum, das sich mehrfach für sie zu stehenden Ovationen erhob, mit bissigen Kommentaren: “Wann lernst Du endlich Hebräisch?”, warf sie der US-amerikanischen Regisseurin an den Kopf. Und als sich Eitan Senesh dann doch ein neues Mikro bringen ließ, meinte sie zum Publikum (ohne Mikro, versteht sich): “Da sieht man, dass das nicht Sharon ist, sondern Eitan Senesh. Arik hätte kein Mikrofon gebraucht!”

Was für ein Land, das solche Helden hat.

“Blessed is the Match” läuft im November im israelischen Fernsehen (Channel 1) und soll bald auf DVD erhältlich sein.

Hanna Seneshs Grab auf dem Herzl-Berg in Jerusalem. Ihre sterblichen Überreste wurden 1950 nach Israel überführt. (Foto: SoE)

Für die To-do-Liste

Schön wär’s

In fünf Flugminuten über Bushehr sein können - praktisch wäre das natürlich schon. Insgesamt gilt jedoch, was schon vor drei Jahren galt: If you have to shoot, shoot  - don’t talk.

Nachbrenner!


F-15I Raam bei der Graduierungsfeier des 156. Pilotenlehrgangs der israelischen Luftwaffe. Für die dunklen Wolken im Hintergrund hatten zuvor zwei AH-64I Saraf gesorgt, die mit ihren Bordkanonen Bodenziele in Brand schossen.

Fotos: SoE

Und so sieht’s aus, wenn der Profi fotografiert.

Altersweisheit

Bei Shimon “New Middle East” Peres fällt der Groschen.

“I am not aware of a precedent to such a perfect mission. Maybe only the Israelis…their wonderful commandos may be reminiscent of the mission that took place here.”

Ingrid Betancourt erinnerte in der Dankesrede nach ihrer Befreiung offenbar nicht zufällig an Miwza Jonathan.

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